Das ich in meinem Leben noch einmal einen neuen Blog-Eintrag schreiben würde, hätte ich nicht gedacht. Früher, da habe ich fast täglich meine Gedanken niedergeschrieben. Anonym.
Früher, damit meine ich 2012-2014. Ich war jung, hatte eine menge Probleme und das Schreiben tat mir gut.
Und jetzt sitze ich hier, in 2020, mit 22 Jahren und tippe wieder auf meiner Tastatur rum.
Lesen wird das hier wahrscheinlich sowieso niemand, aber ich denke für mich könnte es etwas "befreiendes" haben. Mal sehen.
Aber was genau soll ich schreiben?
Ich fühle mich gerade recht einsam und habe das Gefühl das meine beste Freundin und ich uns nun völlig auseinander gelebt haben. Wir kennen uns seit der 7. Klasse und wenn ich an die gemeinsame Zeit zurückdenke, werde ich meistens traurig. Es wird nämlich nie wieder so sein.
Ich denke auch oft daran, warum es so gekommen ist. Zum einen haben wir uns Beide verändert und zum anderen ist in ihrem Leben in letzter Zeit eine Menge Scheiße passiert. Wären wir im Jahr 2013... dann hätte ich für sie da sein können. Als beste Freundin. Aber jetzt? Jetzt war es einfach nur komisch und ich habe kaum die richtigen Worte gefunden.
Wir hatten jetzt seit über einer Woche keinen Kontakt mehr und ich weiß noch nicht, ob ich mich bei ihr melden werde.
Meiner Psyche geht es in den letzten Wochen auch wiedermal nicht gut.
Damals, als Teenager, war es schon einmal ganz schlimm. Mir ist etwas passiert und danach ging es nur noch Bergab.
Hier möchte ich, falls es doch irgendjemand jemals lesen wird,
ein TRIGGER WARNING hinsetzen.
Ich rutsche danach in eine Spirale des Selbsthasses. Ich konnte nicht wirklich verarbeiten was mit mir passiert ist und flüchtete mich in die Selbstverletzung. Kurze Zeit später entwickelte ich eine Essstörung, welche bald mein Lebensmittelpunkt werden sollte. Ich ging nicht mehr raus und veränderte mich immer mehr. Irgendwann fiel es auch meinen Freundinnen und Lehrern auf und es fanden die ersten Gespräche statt. Meine Eltern wurden über mein selbstverletzendes Verhalten informiert und ich sollte zu einer Psychologin gehen. Die war nur leider alles andere als einfühlsam oder verständnisvoll. Ich saß oft schweigend dort. Eine ganze Therapiestunde. Und bin dann wieder gegangen. Eines Tages sagte sie mir, das sie für mich bald keinen anderen Weg mehr sieht, als die Klinik. Ich sei zu instabil und das Schneiden sei zu stark.
An dem Abend wurde mir alles zuviel und ich habe wie berauscht gehandelt.
Ich habe an diesem Abend die Absicht gehabt, mir das Leben zu nehmen.
Ich möchte dabei nicht ins Detail gehen, aber ich habe mich in der Nacht noch selber verbunden und bin am nächsten Tag "normal" zur Schule. Im nachhinein glaube ich, das ich damals Hilfe wollte, das es ein Hilfeschrei war. Denn ich erzählte meiner besten Freundin an dem Morgen auch von meinen Absichten.
Danach ging auch alles ganz schnell, meine Lehrerin wurde informiert. Diese rief meine Mutter an, mit der Bitte mich in eine Klinik zu bringen.
Und da bin ich dann auch am gleichen Tag noch hingekommen. Auf die Krisenstation einer psychiatrischen Klinik. Dazu möchte ich aber im Moment nicht mehr schreiben, vielleicht ein anderes Mal.
Ich habe nach meinem Aufenthalt meinen erweiterten Realschulabschluss gemacht und mit meiner Ausbildung zur Erzieherin angefangen. Diese habe ich vier Jahre später, 2018, auch abgeschlossen. Es gab auch da Höhen und Tiefen, aber es schien so als hätte ich die dunkelsten Tage überstanden. Besonders froh machte mich der Gedanke, das ich keinen Todeswunsch mehr zu haben schien und endlich wieder Lebensfreude hatte.
Dann habe ich zu Arbeiten begonnen. Natürlich, aller Anfang ist schwer. Nur leider gab es bei meiner ersten Arbeitsstelle sehr dolle Probleme zwischen meinen zwei Kolleginnen und mir. Irgendwann entwickelte es sich zu Mobbing und ich war zu schüchtern, um etwas zu sagen. Ich fing an, oft Krank zu sein. Ich lag tagelang nur im Bett, weinte jeden Morgen und fiel langsam wieder in meine alten Angewohnheiten zurück. Ich verletzte mich wieder, duschte viel, wirklich viel zu heiß und rutsche wieder in meine Essstörung zurück. Doch dieses Mal war es ein "strave-binge circle" und ich nahm über die Zeit immer mehr zu.
Vor fast genau einem Jahr habe ich dann eine Arbeitstelle in meinem "Traum-Kindergarten" bekommen. Es läuft dort auch soweit alles echt gut, ich habe eine tolle Gruppenkollegin, welche mir schon sehr viel Mut gemacht hat.
Nur ist es so, das in den letzten Wochen die suizidalen Gedanken wieder stärker geworden sind.
Meistens kann ich mich aus den Gedanken wieder hochholen, doch ich merke wie ich immer mehr darin hängen bleibe. Ich fühle mich so nutzlos, überflüssig.
Als würde ich hier gar nicht her passen.
Vielleicht schreibe ich da auch noch mal mehr drüber... mal sehen.
Aber ich möchte auch sagen, ich denke das ich das schaffe. Ich könnte das meinem Umfeld nicht antun. Und mir letztendlich auch nicht, ich habe solange gekämpft. Ich bin es meinem früheren Ich schuldig, zu leben.
Ich werde jetzt noch ein wenig den Stream von Gronkh lauschen und danach ins Bett gehen.
Ich hoffe, ich kann schlafen.
Gute Nacht.
S.
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