Was das hier wird? Ich weiß es nicht. Ich möchte dir einfach schreiben. Dir meine Gedanken mitteilen.
Aber das geht nicht mehr. Jedenfalls nicht so. Also sitze ich hier, höre die Lieder, die wir damals zusammen in deiner Küche gesungen haben und schreibe. Ich vermisse diese Zeit. Ich vermisse unsere Freundschaft so sehr, ich habe manchmal das Gefühl es zerreißt mich.
Da sind Tage, da ist es okay. Jedenfalls rede ich es mir ein. Es ist besser. Doch dann erinnert mich irgendeine Kleinigkeit an Dich, und es ist als würde man mir einen Tritt in den Bauch geben.
Du warst mein Anker, mein Halt, mein sicherer Hafen. Du kanntest mich in und auswendig und ich dich.
Gott, ich habe mit niemanden so viel Zeit verbracht, wie mit dir. Es war, als gäbe es uns nur im Doppelpack.
Weißt du noch, als wir am Wochenende Stundenlang bei dir in der Küche saßen und geredet haben?
Wir haben sogar unsere erste gemeinsame WG geplant.
Oder unsere Spaziergänge an warmen Sommerabenden. Ich habe mich nie wieder so vollkommen glücklich gefühlt, wie an diesen Abenden. Nie wieder.
Manchmal denke ich aber, ich vermisse die Personen, die wir damals waren. Die Personen, die wir nun einfach nicht mehr sind. Wir waren schon immer so verschieden und doch hat gepasst. Für den Moment. Für den Augenblick. Doch irgendwann war dieser Augenblick vorbei.
Oft vergleiche ich uns mit zwei Vögeln im goldenen Käfig. Du bist hinaus gekommen, hast deine Flügel gespreizt und bist davon geflogen. Mir stand diese Tür auch offen, aber ich konnte nicht hinaus. Als wären meine Flügel lahm. Und inzwischen hat sich die Tür vom Käfig wieder geschlossen und ich sitze immer noch hier drin. Ziemlich allein.
Und dann kam eine neue Zeit. Alles hat sich verändert. Ich habe so sehr versucht an dir, an uns, festzuhalten, dass ich nicht gemerkt habe, wie sehr uns das auseinander gerissen hat.
Und während all dieser Zeit hast du dich weiter entwickelt, hast neue Leute kennen und lieben gelernt, bist so sehr gewachsen und ich bin so stolz auf dich.
Ich dagegen stand mir, wie so oft, selbst im Weg. Gefangen in mir selbst. War schon immer anders. Passte irgendwie nicht rein. Lustig, das ich jetzt, Jahre später mit einer autistischen Störung diagnostiziert wurde, oder?
Ich weiß noch, wie wir in der, ich glaube, 9.Klasse in Englisch so einen Selbsttest gemacht haben und ich bei diesem auch "genug" Punkte hatte. Haha, dachte ich damals, ha ha.
Passt irgendwie. Hilft mir zumindest, mich selbst ein wenig besser zu verstehen.
Und dann kam der große Knall. Verlust. Trauer. Und ich wusste nicht, wie ich dir helfen kann. Da lag so viel zwischen uns und ich hatte das Gefühl, nicht mehr diejenige zu sein, die du brauchst. Die dir Trost geben kann.
"Ich hätte dich am meisten gebraucht."
Aber wie, wenn sich zwischen uns inzwischen ein Ozean aufgetan hat? Ich habe keine Worte gefunden und das tat dir weh. Aber als wir Tage später einen Videoanruf gemacht haben, konnte ich dir kaum in die Augen schauen. Weißt du noch, als wir jeden Tag, den wir uns nicht sehen konnten, zusammen "geskypt" haben?
Es tut mir so leid, das ich nicht die Freundin sein konnte, die du gebraucht hättest.
Es tut mir leid, dich so verletzt zu haben.
Vielleicht schreibe ich dir ab und zu. Und wer weiß, vielleicht liest du es irgendwann.
"Irgendwas zwischen 0 kcal am Tag und fressen bis mir schlecht wird."
Donnerstag, 27. Mai 2021
A.
Donnerstag, 17. September 2020
#3 Kontrolle
Ich habe vor ungefähr fünf Wochen wieder angefangen mein Essen zu reduzieren. Ich habe im letzten Jahr wieder zugenommen. Gesund dieses Mal. 1500 Kalorien, Sport, keine Süßigkeiten.
In meinem Leben geht es gerade drunter und drüber.
Ich habe gestern seit Wochen mal wieder mit meiner besten Freundin geschrieben.
Habe ihr gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass wir uns auseinander gelebt haben.
Für sie war es wohl eher ein Angriff.
"In den Wochen danach warst du diejenige, die ich am meisten gebraucht hätte."Autsch.
In den Wochen nach dem Tod eines von ihr geliebten Menschens.
Aber wie sollte ich? Sie hat mich ausgeschlossen, mich ignoriert. Tagelang, Wochenlang.
Dies ist einer der Gründe, warum ich das Gefühl habe, die Kontrolle zu verlieren.
Und durch das Essen habe ich genau das: Kontrolle.
Ein leerer Magen bedeutet Kontrolle, er fühlt sich an wie Kontrolle.
Kalorien zählen - Kontrolle.
Jeden Morgen auf die Waage steigen - Kontrolle.
Ich will, ich darf, sie nicht verlieren.
In meinem Leben geht es gerade drunter und drüber.
Ich habe gestern seit Wochen mal wieder mit meiner besten Freundin geschrieben.
Habe ihr gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass wir uns auseinander gelebt haben.
Für sie war es wohl eher ein Angriff.
"In den Wochen danach warst du diejenige, die ich am meisten gebraucht hätte."
In den Wochen nach dem Tod eines von ihr geliebten Menschens.
Aber wie sollte ich? Sie hat mich ausgeschlossen, mich ignoriert. Tagelang, Wochenlang.
Dies ist einer der Gründe, warum ich das Gefühl habe, die Kontrolle zu verlieren.
Und durch das Essen habe ich genau das: Kontrolle.
Ein leerer Magen bedeutet Kontrolle, er fühlt sich an wie Kontrolle.
Kalorien zählen - Kontrolle.
Jeden Morgen auf die Waage steigen - Kontrolle.
Ich will, ich darf, sie nicht verlieren.
Mittwoch, 15. Juli 2020
#2 "you can walk straight trough hell with a smile"
Am Dienstag ist das passiert, wovor ich schon eine längere Zeit Angst vor hatte.
Mir geht es seit Wochen nicht gut.
Und dann hat meine Kollegin, welche ich sehr mag, einen Kommentar in einem für mich sehr schroffen Ton fallen gelassen.
"Manchmal habe ich das Gefühl, du stehst dir selbst im Weg. Du kannst, du musst, mehr aus dir rauskommen."
Ich starre sie an. Tränen schießen in meine Augen, ich versuche krampfhaft sie zu unterdrücken, sie irgendwie weg zu atmen. Aber es klappt nicht.
Sie redet weiter. "Du musst jetzt auch nicht weinen, es ist alles gut. Vielleicht erwarte ich manchmal auch noch zuviel, du bist noch so jung und machst so vieles schon richtig gut. Ich arbeite gerne mit dir." In dem Moment erreichen mich ihre Wörter kaum noch und ich habe kurz das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Zwischen tiefen Luftzügen drücke ich ein "Tut mir leid" raus.
"Wollen wir kurz in den Nebenraum gehen?"
Eine Vertretungskraft betritt in dem Moment unsere Gruppe. Sie sieht meine Kollegin und mich und meint das sie kurz hierbleiben kann, wenn wir kurz reden wollen. Peinlich.
Kaum hat meine Kollegin die Tür hinter sich geschlossen, bricht es komplett aus mir heraus.
Ich habe wieder das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und bemerke ihre Hand auf meinem Rücken. "S., es ist alles gut, beruhig dich. Ist denn sonst alles in Ordnung? Ich weiß ja nicht, wie es privat bei dir so aussieht.."
Ich war so fertig, das ich gar nicht über meine Worte nachdachte. Ich erzählte ihr, das es mir in den letzten Wochen nicht gut geht. Das ich mich so zuletzt vor Jahren gefühlt habeund es jetzt nicht mehr darf. Das ich manchmal in einem Chaos aus Gedanken versinke. Ihr Blick ruht auf mir, sie streichelt mir den Rücken und ich merke das sie sich ihre nächsten Worte überlegt.
"Darf ich fragen, ob das -sie zeigt auf meine Arme- auch aus dieser Zeit kommt?" Ich nicke und probiere mich aus meinem Heulanfall rauszuholen, indem ich mich auf meine Atmung konzentriere.
Woran ich kläglich scheitere.
"Okay, pass auf, du kannst so lange hier drin bleiben, wie du willst. Nimm dir die Zeit. Oder möchtest du raus gehen?"
Das hört sich vielleicht auch wieder "schroff" an, aber in der Gruppe sitzt schließlich auch unsere Kollegin mit 11 Kindern.
Ich sage ihr, das ich einfach hier drin bleibe, aber gleich raus komme.
Sie legt ihre Hand noch einmal auf meine Schulter und geht dann raus.
Sie hat kaum die Tür hinter sich zu gezogen, da überkommt mich erneut diese scheinbar unendliche Traurigkeit. Ich sacke auf dem Kinderhocker zusammen. Ich höre meine Kollegin hinter der Tür scharf die Luft einziehen. Es tut mir in dem Moment so Leid, ihr das zugemutet zu haben.
Sie öffnet die Tür und schaut mich traurig an. Dann kniet sie sich neben mich hin, legt ihre Hand auf mein Bein und sagt, das alles gut werden wird. Ich sei ein toller Mensch und das ich stark bin, weil ich mit ihr rede. Das sie mich gern hat.
Ich kann nicht viel mehr machen, als zu nicken. In die Augen schauen mag ich ihr nicht. Ich schäme mich so.
Nach ein paar Minuten des Schweigens, versuche ich sie anzulächeln. Ich habe mich inzwischen beruhigen können. Ich sage ihr, das ich noch einmal kurz an die frische Luft gehen möchte und ich dann wieder da bin. Und das sie sich keine Gedanken um mich machen soll.
Draußen versuche ich mich davon abzuhalten, wieder in dieses Loch zu fallen.
Ein und ausatmen, Ein und ausatmen.
Der Rest des Tages war okay. Wir haben nicht mehr darüber gesprochen, aber ich habe zwischendurch ihren Blick auf mir bemerkt. Nach der Arbeit habe ich überlegt, ihr noch eine Nachricht bei Whatsapp zu schreiben, aber umso länger ich dadrüber nachdachte, umso mehr habe ich mich geschämt.
Ich habe nun bis Montag Urlaub. Vielleicht, wenn ich den Mut aufbringen kann, bedanke ich mich dann bei ihr. Sie ist der erste Mensch, welchen ich seit Wochen so an mich ran gelassen habe.
Der mich so gesehen hat. Ich wollte stark sein, stärker als meine Gedanken.
Aber das bin ich nicht.
Mir geht es seit Wochen nicht gut.
Und dann hat meine Kollegin, welche ich sehr mag, einen Kommentar in einem für mich sehr schroffen Ton fallen gelassen.
"Manchmal habe ich das Gefühl, du stehst dir selbst im Weg. Du kannst, du musst, mehr aus dir rauskommen."
Ich starre sie an. Tränen schießen in meine Augen, ich versuche krampfhaft sie zu unterdrücken, sie irgendwie weg zu atmen. Aber es klappt nicht.
Sie redet weiter. "Du musst jetzt auch nicht weinen, es ist alles gut. Vielleicht erwarte ich manchmal auch noch zuviel, du bist noch so jung und machst so vieles schon richtig gut. Ich arbeite gerne mit dir." In dem Moment erreichen mich ihre Wörter kaum noch und ich habe kurz das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Zwischen tiefen Luftzügen drücke ich ein "Tut mir leid" raus.
"Wollen wir kurz in den Nebenraum gehen?"
Eine Vertretungskraft betritt in dem Moment unsere Gruppe. Sie sieht meine Kollegin und mich und meint das sie kurz hierbleiben kann, wenn wir kurz reden wollen. Peinlich.
Kaum hat meine Kollegin die Tür hinter sich geschlossen, bricht es komplett aus mir heraus.
Ich habe wieder das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und bemerke ihre Hand auf meinem Rücken. "S., es ist alles gut, beruhig dich. Ist denn sonst alles in Ordnung? Ich weiß ja nicht, wie es privat bei dir so aussieht.."
Ich war so fertig, das ich gar nicht über meine Worte nachdachte. Ich erzählte ihr, das es mir in den letzten Wochen nicht gut geht. Das ich mich so zuletzt vor Jahren gefühlt habe
"Darf ich fragen, ob das -sie zeigt auf meine Arme- auch aus dieser Zeit kommt?" Ich nicke und probiere mich aus meinem Heulanfall rauszuholen, indem ich mich auf meine Atmung konzentriere.
Woran ich kläglich scheitere.
"Okay, pass auf, du kannst so lange hier drin bleiben, wie du willst. Nimm dir die Zeit. Oder möchtest du raus gehen?"
Das hört sich vielleicht auch wieder "schroff" an, aber in der Gruppe sitzt schließlich auch unsere Kollegin mit 11 Kindern.
Ich sage ihr, das ich einfach hier drin bleibe, aber gleich raus komme.
Sie legt ihre Hand noch einmal auf meine Schulter und geht dann raus.
Sie hat kaum die Tür hinter sich zu gezogen, da überkommt mich erneut diese scheinbar unendliche Traurigkeit. Ich sacke auf dem Kinderhocker zusammen. Ich höre meine Kollegin hinter der Tür scharf die Luft einziehen. Es tut mir in dem Moment so Leid, ihr das zugemutet zu haben.
Sie öffnet die Tür und schaut mich traurig an. Dann kniet sie sich neben mich hin, legt ihre Hand auf mein Bein und sagt, das alles gut werden wird. Ich sei ein toller Mensch und das ich stark bin, weil ich mit ihr rede. Das sie mich gern hat.
Ich kann nicht viel mehr machen, als zu nicken. In die Augen schauen mag ich ihr nicht. Ich schäme mich so.
Nach ein paar Minuten des Schweigens, versuche ich sie anzulächeln. Ich habe mich inzwischen beruhigen können. Ich sage ihr, das ich noch einmal kurz an die frische Luft gehen möchte und ich dann wieder da bin. Und das sie sich keine Gedanken um mich machen soll.
Draußen versuche ich mich davon abzuhalten, wieder in dieses Loch zu fallen.
Ein und ausatmen, Ein und ausatmen.
Der Rest des Tages war okay. Wir haben nicht mehr darüber gesprochen, aber ich habe zwischendurch ihren Blick auf mir bemerkt. Nach der Arbeit habe ich überlegt, ihr noch eine Nachricht bei Whatsapp zu schreiben, aber umso länger ich dadrüber nachdachte, umso mehr habe ich mich geschämt.
Ich habe nun bis Montag Urlaub. Vielleicht, wenn ich den Mut aufbringen kann, bedanke ich mich dann bei ihr. Sie ist der erste Mensch, welchen ich seit Wochen so an mich ran gelassen habe.
Der mich so gesehen hat. Ich wollte stark sein, stärker als meine Gedanken.
Aber das bin ich nicht.
Freitag, 10. Juli 2020
#1 - Here we go again.
Das ich in meinem Leben noch einmal einen neuen Blog-Eintrag schreiben würde, hätte ich nicht gedacht. Früher, da habe ich fast täglich meine Gedanken niedergeschrieben. Anonym.
Früher, damit meine ich 2012-2014. Ich war jung, hatte eine menge Probleme und das Schreiben tat mir gut.
Und jetzt sitze ich hier, in 2020, mit 22 Jahren und tippe wieder auf meiner Tastatur rum.
Lesen wird das hier wahrscheinlich sowieso niemand, aber ich denke für mich könnte es etwas "befreiendes" haben. Mal sehen.
Aber was genau soll ich schreiben?
Ich fühle mich gerade recht einsam und habe das Gefühl das meine beste Freundin und ich uns nun völlig auseinander gelebt haben. Wir kennen uns seit der 7. Klasse und wenn ich an die gemeinsame Zeit zurückdenke, werde ich meistens traurig. Es wird nämlich nie wieder so sein.
Ich denke auch oft daran, warum es so gekommen ist. Zum einen haben wir uns Beide verändert und zum anderen ist in ihrem Leben in letzter Zeit eine Menge Scheiße passiert. Wären wir im Jahr 2013... dann hätte ich für sie da sein können. Als beste Freundin. Aber jetzt? Jetzt war es einfach nur komisch und ich habe kaum die richtigen Worte gefunden.
Wir hatten jetzt seit über einer Woche keinen Kontakt mehr und ich weiß noch nicht, ob ich mich bei ihr melden werde.
Meiner Psyche geht es in den letzten Wochen auch wiedermal nicht gut.
Damals, als Teenager, war es schon einmal ganz schlimm. Mir ist etwas passiert und danach ging es nur noch Bergab.
Hier möchte ich, falls es doch irgendjemand jemals lesen wird,
ein TRIGGER WARNING hinsetzen.
Ich rutsche danach in eine Spirale des Selbsthasses. Ich konnte nicht wirklich verarbeiten was mit mir passiert ist und flüchtete mich in die Selbstverletzung. Kurze Zeit später entwickelte ich eine Essstörung, welche bald mein Lebensmittelpunkt werden sollte. Ich ging nicht mehr raus und veränderte mich immer mehr. Irgendwann fiel es auch meinen Freundinnen und Lehrern auf und es fanden die ersten Gespräche statt. Meine Eltern wurden über mein selbstverletzendes Verhalten informiert und ich sollte zu einer Psychologin gehen. Die war nur leider alles andere als einfühlsam oder verständnisvoll. Ich saß oft schweigend dort. Eine ganze Therapiestunde. Und bin dann wieder gegangen. Eines Tages sagte sie mir, das sie für mich bald keinen anderen Weg mehr sieht, als die Klinik. Ich sei zu instabil und das Schneiden sei zu stark.
An dem Abend wurde mir alles zuviel und ich habe wie berauscht gehandelt.
Ich habe an diesem Abend die Absicht gehabt, mir das Leben zu nehmen.
Ich möchte dabei nicht ins Detail gehen, aber ich habe mich in der Nacht noch selber verbunden und bin am nächsten Tag "normal" zur Schule. Im nachhinein glaube ich, das ich damals Hilfe wollte, das es ein Hilfeschrei war. Denn ich erzählte meiner besten Freundin an dem Morgen auch von meinen Absichten.
Danach ging auch alles ganz schnell, meine Lehrerin wurde informiert. Diese rief meine Mutter an, mit der Bitte mich in eine Klinik zu bringen.
Und da bin ich dann auch am gleichen Tag noch hingekommen. Auf die Krisenstation einer psychiatrischen Klinik. Dazu möchte ich aber im Moment nicht mehr schreiben, vielleicht ein anderes Mal.
Ich habe nach meinem Aufenthalt meinen erweiterten Realschulabschluss gemacht und mit meiner Ausbildung zur Erzieherin angefangen. Diese habe ich vier Jahre später, 2018, auch abgeschlossen. Es gab auch da Höhen und Tiefen, aber es schien so als hätte ich die dunkelsten Tage überstanden. Besonders froh machte mich der Gedanke, das ich keinen Todeswunsch mehr zu haben schien und endlich wieder Lebensfreude hatte.
Dann habe ich zu Arbeiten begonnen. Natürlich, aller Anfang ist schwer. Nur leider gab es bei meiner ersten Arbeitsstelle sehr dolle Probleme zwischen meinen zwei Kolleginnen und mir. Irgendwann entwickelte es sich zu Mobbing und ich war zu schüchtern, um etwas zu sagen. Ich fing an, oft Krank zu sein. Ich lag tagelang nur im Bett, weinte jeden Morgen und fiel langsam wieder in meine alten Angewohnheiten zurück. Ich verletzte mich wieder, duschte viel, wirklich viel zu heiß und rutsche wieder in meine Essstörung zurück. Doch dieses Mal war es ein "strave-binge circle" und ich nahm über die Zeit immer mehr zu.
Vor fast genau einem Jahr habe ich dann eine Arbeitstelle in meinem "Traum-Kindergarten" bekommen. Es läuft dort auch soweit alles echt gut, ich habe eine tolle Gruppenkollegin, welche mir schon sehr viel Mut gemacht hat.
Nur ist es so, das in den letzten Wochen die suizidalen Gedanken wieder stärker geworden sind.
Meistens kann ich mich aus den Gedanken wieder hochholen, doch ich merke wie ich immer mehr darin hängen bleibe. Ich fühle mich so nutzlos, überflüssig.
Als würde ich hier gar nicht her passen.
Vielleicht schreibe ich da auch noch mal mehr drüber... mal sehen.
Aber ich möchte auch sagen, ich denke das ich das schaffe. Ich könnte das meinem Umfeld nicht antun. Und mir letztendlich auch nicht, ich habe solange gekämpft. Ich bin es meinem früheren Ich schuldig, zu leben.
Ich werde jetzt noch ein wenig den Stream von Gronkh lauschen und danach ins Bett gehen.
Ich hoffe, ich kann schlafen.
Gute Nacht.
S.
Früher, damit meine ich 2012-2014. Ich war jung, hatte eine menge Probleme und das Schreiben tat mir gut.
Und jetzt sitze ich hier, in 2020, mit 22 Jahren und tippe wieder auf meiner Tastatur rum.
Lesen wird das hier wahrscheinlich sowieso niemand, aber ich denke für mich könnte es etwas "befreiendes" haben. Mal sehen.
Aber was genau soll ich schreiben?
Ich fühle mich gerade recht einsam und habe das Gefühl das meine beste Freundin und ich uns nun völlig auseinander gelebt haben. Wir kennen uns seit der 7. Klasse und wenn ich an die gemeinsame Zeit zurückdenke, werde ich meistens traurig. Es wird nämlich nie wieder so sein.
Ich denke auch oft daran, warum es so gekommen ist. Zum einen haben wir uns Beide verändert und zum anderen ist in ihrem Leben in letzter Zeit eine Menge Scheiße passiert. Wären wir im Jahr 2013... dann hätte ich für sie da sein können. Als beste Freundin. Aber jetzt? Jetzt war es einfach nur komisch und ich habe kaum die richtigen Worte gefunden.
Wir hatten jetzt seit über einer Woche keinen Kontakt mehr und ich weiß noch nicht, ob ich mich bei ihr melden werde.
Meiner Psyche geht es in den letzten Wochen auch wiedermal nicht gut.
Damals, als Teenager, war es schon einmal ganz schlimm. Mir ist etwas passiert und danach ging es nur noch Bergab.
Hier möchte ich, falls es doch irgendjemand jemals lesen wird,
ein TRIGGER WARNING hinsetzen.
Ich rutsche danach in eine Spirale des Selbsthasses. Ich konnte nicht wirklich verarbeiten was mit mir passiert ist und flüchtete mich in die Selbstverletzung. Kurze Zeit später entwickelte ich eine Essstörung, welche bald mein Lebensmittelpunkt werden sollte. Ich ging nicht mehr raus und veränderte mich immer mehr. Irgendwann fiel es auch meinen Freundinnen und Lehrern auf und es fanden die ersten Gespräche statt. Meine Eltern wurden über mein selbstverletzendes Verhalten informiert und ich sollte zu einer Psychologin gehen. Die war nur leider alles andere als einfühlsam oder verständnisvoll. Ich saß oft schweigend dort. Eine ganze Therapiestunde. Und bin dann wieder gegangen. Eines Tages sagte sie mir, das sie für mich bald keinen anderen Weg mehr sieht, als die Klinik. Ich sei zu instabil und das Schneiden sei zu stark.
An dem Abend wurde mir alles zuviel und ich habe wie berauscht gehandelt.
Ich habe an diesem Abend die Absicht gehabt, mir das Leben zu nehmen.
Ich möchte dabei nicht ins Detail gehen, aber ich habe mich in der Nacht noch selber verbunden und bin am nächsten Tag "normal" zur Schule. Im nachhinein glaube ich, das ich damals Hilfe wollte, das es ein Hilfeschrei war. Denn ich erzählte meiner besten Freundin an dem Morgen auch von meinen Absichten.
Danach ging auch alles ganz schnell, meine Lehrerin wurde informiert. Diese rief meine Mutter an, mit der Bitte mich in eine Klinik zu bringen.
Und da bin ich dann auch am gleichen Tag noch hingekommen. Auf die Krisenstation einer psychiatrischen Klinik. Dazu möchte ich aber im Moment nicht mehr schreiben, vielleicht ein anderes Mal.
Ich habe nach meinem Aufenthalt meinen erweiterten Realschulabschluss gemacht und mit meiner Ausbildung zur Erzieherin angefangen. Diese habe ich vier Jahre später, 2018, auch abgeschlossen. Es gab auch da Höhen und Tiefen, aber es schien so als hätte ich die dunkelsten Tage überstanden. Besonders froh machte mich der Gedanke, das ich keinen Todeswunsch mehr zu haben schien und endlich wieder Lebensfreude hatte.
Dann habe ich zu Arbeiten begonnen. Natürlich, aller Anfang ist schwer. Nur leider gab es bei meiner ersten Arbeitsstelle sehr dolle Probleme zwischen meinen zwei Kolleginnen und mir. Irgendwann entwickelte es sich zu Mobbing und ich war zu schüchtern, um etwas zu sagen. Ich fing an, oft Krank zu sein. Ich lag tagelang nur im Bett, weinte jeden Morgen und fiel langsam wieder in meine alten Angewohnheiten zurück. Ich verletzte mich wieder, duschte viel, wirklich viel zu heiß und rutsche wieder in meine Essstörung zurück. Doch dieses Mal war es ein "strave-binge circle" und ich nahm über die Zeit immer mehr zu.
Vor fast genau einem Jahr habe ich dann eine Arbeitstelle in meinem "Traum-Kindergarten" bekommen. Es läuft dort auch soweit alles echt gut, ich habe eine tolle Gruppenkollegin, welche mir schon sehr viel Mut gemacht hat.
Nur ist es so, das in den letzten Wochen die suizidalen Gedanken wieder stärker geworden sind.
Meistens kann ich mich aus den Gedanken wieder hochholen, doch ich merke wie ich immer mehr darin hängen bleibe. Ich fühle mich so nutzlos, überflüssig.
Als würde ich hier gar nicht her passen.
Vielleicht schreibe ich da auch noch mal mehr drüber... mal sehen.
Aber ich möchte auch sagen, ich denke das ich das schaffe. Ich könnte das meinem Umfeld nicht antun. Und mir letztendlich auch nicht, ich habe solange gekämpft. Ich bin es meinem früheren Ich schuldig, zu leben.
Ich werde jetzt noch ein wenig den Stream von Gronkh lauschen und danach ins Bett gehen.
Ich hoffe, ich kann schlafen.
Gute Nacht.
S.
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